„Sie müssen abnehmen, Frau K.!“

3 Ärzte, 2 Fitnessstudios und 1 Ernährungsberaterin sagen, ich bin zu fett. Da sind sie sich alle einig. Nur das Kuriose ist, dass natürlich jeder von ihnen in gewisser Weise Geld verdienen möchte und mir gänzlich unterschiedliche Sachen nennt, dieses „fett sein“ wegzubekommen. Und alle haten auf den anderen ab. Die Ärzte wollen nur Geld, verschreiben sie mir direkt Tabletten. Die Fitnessstudios wollen natürlich auch Geld, haten aber auf die Ärzte, weil Tabletten ja doof sind, und aber auch auf die Ernährungsberater. Sport! Fit sein! Geil aussehen! Und die Ernährungsberaterin hatet ebenso auf die Ärzte aber auch auf die Fitnessstudios, weil es dort ja nur ums Aussehen geht. Gleichzeitig hält sie mir ein Maßband um die Taille und sagt, bis 80 cm Bauchumfang wäre ich „normal“ und „gesund“. „Das ist noch keine Bikinifigur aber eben ein paar Pölsterchen, die nicht schlimm sind.“
Ich frage mich, wo es hier bitte nicht ums Aussehen geht. Muss ich denn zwingend eine Taille von 80cm haben um gesund zu sein?! Ich bin mir nicht sicher. Aber nun sitze ich hier und höre mir Sachen über Ernährung an, lasse mir Rezepte geben, die ich so schon tausend mal auf Chefkoch gefunden habe und nicke als es heißt „Nur Vollkorn kaufen!“.
Was soll ich nur tun?

Der Wahn des Dünnsein ist in mein Leben getreten aufgrund einer Krankheit. Bluthochdruck. Was als Kind schon diagnostiziert wurde und schnell wieder fallen gelassen wurde, wird nun als FOLGE meines Dickseins bezeichnet. Niemand möchte hören, dass alle in meiner Familie dieses Problem haben und dass es nicht erst mit 50 anfängt. (Meine Mutter war von der frohen Kunde, dass ich den Blutdruck statt mit Tabletten, auch mit Sport senken könnte, verwundert. Sie durfte das nie, hat aber auch andere Gründe. Schade fand sie es trotzdem.)
Nun hetze ich von Hausarzt zum Kardiologen, zum Röntgen und EKG, zum Fitnessstudio und Ernährungsberaterin. Ich fühle mich hin und her geschubst, nur gestresst von all den Terminen. Denn das Dünnsein – so blöd es vielleicht klingt – ist nicht mein einziger ToDo-Punkt. (NEIN! Wie kann ich es nur wagen.)

Zu all dem kommt meine momentane Situation des „Feststeckens“. Ich stecke gedanklich fest. Eingefahren. Unoffen. Eingemauert. Um das zu ändern, nehme ich mir ein paar zusätzlich Übungen vor. Hoffen wir das beste!

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