Reise

Flight Delayed – the Journey pt. 1

20. August. Der große Tag stand vor der Tür. Ich freute mich schon sehnlichst der anrollenden Hitzewelle in Deutschland zu entgehen und auf die regnerische Insel zu fliegen. Kurz vor 12 setzte ich mich also in Dresden in einen Bus, der mich nach Berlin bringen sollte.

In Berlin angekommen musste ich ganz schnell feststellen, dass mein Flug Verspätung hatte. Man muss dazu sagen, es war gerade mal 14 Uhr als ich ankam, mein Flug sollte eigentlich um 16:44 Uhr gehen. An der Anzeigetafel stand etwas von 18 Uhr und ich wurde ein bisschen panisch. Was sollte ich tun?! Ich mailte also meiner Hostmother, denn wenn der Flug sich verspätete, würde ich meinen Zug nicht bekommen und somit auch aus Bristol nicht mehr wegkommen, weil mein gebuchter Zug der letzte des Abends war. Nebenbei checkte ich ein (Gepäck war Gottseidank nicht zu schwer!) und machte es mir im Duty Free Bereich gemütlich auf dem Boden, wie viele andere, da bei Bristol und auch London immer wieder nur „Please Wait“ stand. Irgendwann sagten sie es tatsächlich mal durch und kurze Zeit später durften wir auch schon Einsteigen gehen. Doch auch dies verzögerte sich um ein paar Minuten zwecks Gewitters.

Der Flug an sich war vollkommen in Ordnung, aber die Bordgäste waren die Hölle. Ich glaube, EasyJet ist eine „Family-Line“ denn es waren tausend Kinder an Bord, die alle 5 Minuten aufs Klo mussten. Kaum erloschen die Anschnallzeichen, stürmten drei Leute mit Kindern zur Toilette. Und ich hatte nur die eine im Blickfeld, es gab zwei. Hinter mir saßen auch ein paar Kinder, die irgendwie nur Englisch sprachen, ihre Mutter sprach aber nur Deutsch. Das eine Kind hatte wohl Stelzen, denn mein Sitz wackelte zwischendurch so stark, dass ich glaubte, es sei ein Massagestuhl. Das ältere englische Ehepaar neben mir war ganz erträglich und recht niedlich. An Bord gab es Starbuckskaffee und wirklich herrlich duftende Sandwiches, aber für insgesamt 8 Euro war mir das zu teuer. Und dann gingen die noch mit einem Spendenbeutel durch die Reihen. Also kein Gratisfood bei EasyJet. Wo doch AirBerlin sogar auf einem einstündigen Flug zumindest gratis Wasser austeilt. Was tut man nicht alles für einen niedrigen Flugpreis.

In Bristol angekommen, rannte ich zur Gepäckausgabe und zum Ausgang, denn mein Zeitplan war straff. Wenn ich schnell war, konnte ich den 19:50 Bus noch kriegen. Bristol Airport war quasi ausgestorben und er schien viel viel kleiner als Schönefeld. Draußen stand ein einsamer Bus in den viele Leute einstiegen. Ein Ticketschalter gab es nicht mehr – alles geschlossen – aber ich fragte eine Airportmitarbeiterin, wo ich denn Tickets kaufen könnte. Sie schien nicht amused und wedelt nur Richtung geschlossenem Schalter. Eh, danke. Der Busfahrer allerdings war very nice und knüpfte mir 6 Pfund ab für die Reise vom Airport bis zur Bristol Busstation. Dort angekommen traf ich erneut auf viele geschlossene Schalter und Läden. Ganz und gar nicht welcoming. Niemand da den man hätte fragen können. Awesome. Aus lauter Verzweiflung rief ich bei meiner Hostmother an, die mir nur sagte, ich solle mir in Bristol eine Unterkunft suchen. Tränen ronnen aus meinen Augen, doch ich gab die Hoffnung nicht auf. Ich fragte jeden der mir entgegenkam bis irgendwann zwei Busfahrer mir halfen und durch die Gegend telefonierten. Sie knöpften mir dann 8 Pfund ab und nahmen mich mit nach Taunton. In Taunton wechselte ich dann den Bus der mich nach Barnstaple bringen sollte und war irre erleichtert. Das ganze kostete noch einmal 19,50 Pfund und auf die Frage, wann wir denn in Barnstaple ankommen würde, antwortete einer der Busfahrer „In about a week“ und ich schaute wohl dumm aus der Wäsche, da ich den Scherz erst nicht bemerkte. Nun denn. Um 12 Uhr nachts kam ich endlich in Barnstaple an und Dave – Hostfather – holte mich ab. Wir fuhren dann noch durch die Nacht und hielten Smalltalk.

Der erste Eindruck ist bisher gar nicht so schlecht. Es gibt immer Pro und Cons. Doch dazu später mehr. Ich war froh, dass ich um halb 2 Uhr nachts dann endlich schlafen konnte.

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